JLPT-Anmeldung in Corona-Zeiten

Die Corona-Pandemie hat alle Bereiche der Gesellschaft betroffen und das Bildungswesen ist keine Ausnahme. Im Mai 2020 kündigte die Japan Foundation die weltweite Absage des JLPT Mitte 2020 an – in Japan und in Übersee.

Der Japanese Language Proficiency Test ist ein Multiple-Choice-Test mit Abschnitten für Grammatik, Lesen und Hören. Es gibt weder einen Essay- noch einen Kommunikationsteil. Viele Leute versammeln sich in kleinen Räumen, um ihre Japanischkenntnisse nach den Kriterien des JLPT zu testen. Ich hatte mich für den Test im Juli und für den im Dezember angemeldet. Die Absage im Juli kam nicht unerwartet – trotz des weit verbreiteten Glaubens, dass Corona im Sommer vorbei sein könnte – während der Dezember-Test in einigen Ländern gestoppt wurde.

In meinem Fall wurde der Test im Dezember abgesagt, obwohl vorher angekündigt wurde, dass die Teilnehmerzahl aus Sicherheitsgründen begrenzt sein würde. JLPT war nicht die einzige Veranstaltung mit Vorsichtsmaßnahmen. Ich besuchte eine Retro-Messe (eher ein Indoor-Flohmarkt), bei der die Maßnahmen aus Einbahnstraßen, geteiltem Ein- und Ausgang, stark vergrößertem Raum zwischen den Ständen und Gesichtsmasken bestanden.

Ich bin gespannt, in welcher Form der Test zurückkommen wird. Als freiwilliger Sprachtest ist er nicht auf der gleichen Stufe wie ein Test, der in Schulen abgehalten wird. Die Absage ist auch nicht mit der Schließung von Museen, Geschäften oder der Schließung bestimmter Industrien zu vergleichen. Es ist allerdings frustrierend, sich zu bewerben, zu lernen und dann einen Monat vor der Prüfung die Nachricht zu erhalten, dass sie abgesagt wurde.

Einen weltweiten Test am selben Tag persönlich abzulegen, der letztlich von einem Computer bewertet wird, mag ohnehin ein überholtes Konzept sein. Der JLPT wurde nur einmal modernisiert – es wurde ein neues Testniveau eingeführt – aber ansonsten blieb er unverändert. Selbst der Bewerbungsprozess ist für mein Testgelände altmodisch und es ist vielleicht die einzige Zeit im Jahr, in der ich meinen Drucker tatsächlich als Drucker und nicht als Scanner benutze 😉

Wie Filmfestivals oder sogar Museumsbesuche (bis zu einem gewissen Grad) könnte der Sprachtest online abgehalten werden. Die aktuelle Form des Tests erfordert ohnehin keine Benotung durch einen Menschen. Der Test of English as a Foreign Language (TOEFL) ist ein internetbasierter Test, während der Business Japanese Proficiency Test ein computergestützter ist, der in verschiedenen Testzentren weltweit abgehalten wird.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Japan Foundation einen Wechsel zu einem internetbasierten Test in Betracht ziehen würde. Den Test online zu verlegen, würde das Schummeln viel einfacher machen. Während die Relevanz des JLPT manchmal umstritten ist, werden die beiden höchsten Stufen (N1 und N2) von den High Schools und dem punktbasierten Einwanderungssystem der japanischen Regierung akzeptiert. Auch bei Stellenausschreibungen wird manchmal ein bestimmtes JLPT-Niveau vorausgesetzt – sich durch den Test zu mogeln, wäre in diesem Fall aber zwecklos, da die Unternehmen auch ein Vorstellungsgespräch führen würden.

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