Schnelle Lehrerin, schnelle Studierende

Zweiter Teil des Unit-Tests und dieser war der Hörtest. Vorher wurden wir gefragt, wann wir getestet werden möchten. Für jeden von uns waren 20 Minuten angesetzt und ich musste gegen 12 Uhr kommen, was bedeutete, dass ich eine der letzten war, die getestet werden sollte. Einige Klassenkameraden saßen draußen – die meisten waren schon fertig.

Nun, ich kam pünktlich zu meiner Prüfung, aber vor mir wurde noch Masako geprüft. Während ich auf einem Hocker neben der Tür saß, ging Kinoshita-sensei den Gang entlang, grüßte mich, wünschte mir viel Glück und vermied es gerade noch, gegen die Wand zu stoßen. In ihrer rasanten Art hatte sie fast alles auf einmal gemacht 🙂 Und kurz darauf kam auch meine andere Lehrerin, was, sagen wir mal, ein seltsamer Zufall ist. Trotzdem wartete ich, und natürlich machte ich mir Sorgen wegen der Fragen, da Masako viel besser in Japanisch ist als ich – wenn sie also so lange braucht, wie lange würde ich brauchen, um die Fragen zu beantworten.
Allerdings stellte sich heraus, dass sie ihre Antworten nur abwog, anstatt schnell zu antworten. Der Raum war spärlich mit einem Schreibtisch – ich saß auf der einen Seite und die Lehrerin auf der anderen. Es gab einige Schwierigkeiten mit dem Digitalrekorder, der keinen Strom mehr hatte, aber das war schnell gelöst. Die Fragen waren recht einfach, z.B. „Wann sind Sie nach Japan gezogen?“, „Seit Sie hier sind, was hat sich im Vergleich zu Ihrem Leben in Ihrem Heimatland verändert?“, „Beschreiben Sie den Weg von Ihrem Zuhause zur Schule“. Die meisten Fragen konnte ich schnell beantworten, aber natürlich wurde erwartet, dass man so viel wie möglich von der im Semester gelehrten Grammatik anwendet. Ich habe sie nicht so ausgiebig benutzt, wie ich es hätte tun können, aber ich war überrascht, als ich nach zwölf Minuten fertig war. „Ist das alles?“ fragte ich. Mein Lehrer lächelte nur.

In der Etage warteten schon zwei andere darauf, an die Reihe zu kommen, und draußen wartete unser Mann aus Schweden. Er sah extrem nervös aus. Wir unterhielten uns kurz und ich sagte ihm, er solle sich keine Sorgen machen.

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