Erst ein Erdbeben, dann der Curry-Reis

Stellen Sie sich ein schweres Erdbeben in Japan vor: Sie sitzen gerade mit 10, 15 anderen in Ihrer Klasse, die Erde rumpelt, Löwen brechen aus und amüsieren sich prächtig. Sie und Ihre Mitschüler schauen auf die wertvolle Beute – den einzigen Tisch im Klassenraum. Jeder lernt, dass man bei einem Erdbeben Schutz suchen muss, um nicht von der massiven Klimaanlage oder dem gelegentlich aus dem Nichts auftauchenden Klavier getroffen zu werden. Nach ein paar Sekunden ist alles vorbei, so scheint es zumindest… Jetzt ist es an der Zeit, den ausgewiesenen Sicherheitsbereich aufzusuchen. Zum Glück ist dieser gleich um die Ecke, fünf Minuten von der Tankstelle entfernt, nur ein kurzer Weg über eine Straße, die zufällig 15 Minuten von der Schule entfernt ist. Und dann ist man am Ziel und fast alle haben die Strecke zum Sicherheitsbereich überlebt!

Heute sind wir zu besagtem Sicherheitsbereich gegangen. Jede Nachbarschaft hat einen, aber es schien wirklich ein bisschen weit weg von Naganuma zu sein und während das Gebiet selbst sicher war (ein Park), war es der Weg zum Gebiet nicht. Zum Beispiel gab es elektrische Leitungen über unseren Köpfen, ganz zu schweigen von den Gebäuden links und rechts.

Wir kehrten kurz darauf zurück, um eine der größten Erfindungen Japans zu erleben: Den mobilen Erdbebensimulator. So einen wollte ich schon immer mal ausprobieren und ich und zwei Klassenkameraden konnten nicht verstehen, warum die anderen so zögerlich waren, dieses Ding auszuprobieren. Der Simulator beginnt mit einem schwachen Erdbeben, das immer stärker wird. Einer der Leute, die die Maschine steuern, ruft dann „Köpfe unter den Tisch!“. Übrigens haben sie auch extra Schuhe für den Simulator – Sie können aber auch Ihre normalen Straßenschuhe benutzen.

Danach haben wir in einem (indischen?) Restaurant einen schnellen Happen gegessen.

Es war eines dieser Restaurants, bei denen man sein Essen an einem Automaten auswählen und im Voraus bezahlen muss. Der Automat druckt dann ein Ticket aus, das man dem Personal gibt. Viele der günstigeren und kleineren Restaurants funktionieren so. Offensichtlich kennt Lisa die Gegend viel besser als ich – sie hat dieses Lokal ausgesucht, nachdem ich ihr gesagt hatte, dass ich Vegetarier bin. Ich hatte also ein Curry mit Reis, das recht gut schmeckte. Das Restaurant ist nicht weit von der Schule entfernt, deshalb werde ich wahrscheinlich irgendwann wieder dort essen.

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